Wie beeinflusst Musik unsere Gefühle?

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, doch Musik kann noch so viel mehr zu sagen – ob mit oder ohne Worte. Mit ihr können wir die Welt vergessen oder bewusster wahrnehmen. Sie kann uns intensiver fühlen zu lassen, als einzelne Sätze oder Bilder es je könnten und kann diese Gefühle zudem beeinflussen. Nicht ohne Grund wird Musik in Werbespots, in Filmen, im Alltag, auf Hochzeiten und in all den andern alltäglichen Situationen eingesetzt. Wir hören Musik beim Sport, beim Kochen und auch beim Schreiben dieses Blogs läuft Musik im Hintergrund. Doch was genau macht Musik eigentlich mit uns? Wie beeinflusst Musik unsere Gefühle? Dem gehen wir heute auf den Grund.

Was passiert mit unseren Gefühlen, wenn wir Musik hören?

Ich fühle mich gut, wenn ich Musik höre. Wenn ich unter der Dusche mitsinge, wenn ich beim Autofahren meine Roadtrip-Playlist höre, wenn ich beim Kochen Live-Konzerte schaue, wenn beim Arbeiten meine Work-Playlist läuft, wenn ich selbst Klavier spiele und wenn ich auf Konzerten meine Seele aus dem Leib singen kann. Musik tut mir gut. An manchen Tagen mag ich gewisse Lieder, an anderen drehe ich das Radio direkt wieder aus, sobald dieses eine bestimmte Lied läuft. Und auch wenn wir alle Musik auf unterschiedliche Weise wahrnehmen, so kennen wir doch alle das Gefühl, dass Musik uns beeinflusst. Unsere Stimmung, unsere Emotionen, unser Leben.

Abhängig von unserer Persönlichkeit, unserer Kultur, Nationalität, des Zeitpunktes, des Ortes, unserer Stimmung und der aktuellen Situation nehmen wir alle Musik unterschiedlich auf. Musik ist immer anders und genau das machst sie so besonders. Wir setzen sie bewusst in bestimmten Situationen ein: auf Beerdigungen, Partys, Sportfesten und beim Einkaufen. Wenn wir müde, wach, glücklich oder traurig sind. Für jeden dieser Momente haben wir Musik, die für uns dazu passt. Wir hören eher aggressive und laute Musik, wenn wir wütend sind. Wenn wir glücklich sind, dann fühlen wir uns meist ebenfalls zu positiver Musik hingezogen. Wir sind nervös und wollen uns beruhigen? Dann wählen wir Musik, die ruhiger ist und die unseren Herzschlag beruhigt. Zum Sport werden Upbeat-Songs gehört, die uns antreiben und motivieren. Wir sind traurig? Dann hören wir meist traurige Musik, die unsere Stimmung widerspiegelt. Aber Musik wird nicht nur von uns, sondern auch von anderen dazu eingesetzte, uns zu beeinflussen – beispielsweise bei Filmmusik, die uns die Szenen besser fühlen lässt und Spannung aufbaut.

Musik macht glücklich

Viele Forscher sind sich einig: Musik sorgt dafür, dass Dopamin in unserem Körper freigesetzt wird. Das sogenannte Glückshormon wird normalerweise bei gutem Essen, Sex oder Drogenkonsum freigesetzt. Doch auch Musik vermittelt uns dieses Gefühl. Vielleicht ist es besser, es nicht als Glück, sondern als Zufriedenheit oder Befriedigung zu beschreiben. Schließlich erfüllt uns traurige Musik auch, ohne dass sie uns automatisch glücklich macht.


Und warum wird Dopamin freigesetzt? Unser Körper geht in eine Erwartungshaltung, wenn wir Musik hören. Er wartet auf bestimmte Muster, auf bestimmte Stellen, die wir uns durch gewisse Regelmäßigkeiten in den Klängen ableiten. Wartet auf bestimmte Tonfolgen, Akkorde, Refrains. Wenn wir richtig liegen, dann belohnt uns unser Körper – Dopamin wird ausgeschüttet. Bei unseren Lieblingssongs sehen wir dieses Phänomen ebenfalls. Eine Art Euphorie erfüllt uns, wenn wir unser Lieblingslied hören, wenn die Erwartungen an bestimmte, bereits bekannte Tonfolgen erfüllt wird. Für mehr Glücksgefühle im Leben sollten wir also einfach mehr Lieblingslieder hören.
Künstler und Produzenten benutzen dieses Wissen und spielen mit unseren Erwartungen, manipulieren diese und enttäuschen sie, spielen sie wieder hoch und sorgen für Gänsehautmomente beim Musikhören.

Warum hören wir traurige Musik, wenn wir traurig sind?

Manchmal frage ich mich, wieso ich zehn verschiedene Playlists für schlechte Tage habe und nur eine mit Gute-Laune-Songs. Wieso fühlt es sich gut an, diese traurige Musik zu hören, wenn es mir sowieso nicht gut geht? Warum geht es nicht nur mir, sondern ganz vielen Menschen so, dass wir traurige Musik hören, wenn die Welt uns sowieso schon düster und grau und ausweglos erscheint? Sollte das nicht kontraproduktiv sein? Alles noch schlimmer machen? Doch oft ist genau das Gegenteil der Fall: Traurige Musik hilft uns.

Traurige Musik zeigt uns, dass wir nicht alleine sind. Es gab Menschen, die sich ähnlich gefühlt haben, die diese Gefühle in Musik ausdrücken konnten. Und diese Musik zeigt uns: wir sind nicht allein damit. Es kann tröstend sein zu wissen, mit den Gedanken und Gefühlen nicht allein zu sein. Sie versichert uns, dass es menschlich ist, so zu fühlen. Dass es nicht falsch ist, traurig zu sein. Und dass es vorüber geht.

Positive Musik hingegen kann sich in solchen Momenten wie ein Vorwurf anfühlen. Es fühlt sich an, als würde uns die Musik nicht verstehen, als würde sie uns sagen: “Sei doch einfach glücklich” oder “Denk doch einfach nicht drüber nach”. Doch so funktionieren Emotionen und Traurigkeit nicht. Manchmal reicht uns schon das Wissen, nicht mit unseren Gefühlen allein zu sein. Traurige Musik vermittelt uns dieses Gefühl; Gute-Laune-Musik hingegen fühlt sich bei einem emotionalen Breakdown einfach nicht richtig an.

Traurige Musik ist also in manchen Momenten einfach das richtige für Dich. Eine Umarmung, die Dir versichert, dass Deine Gefühle okay sind, dass es anderen Personen auch so ging und dass Du Deinen Weg schon finden wirst.

Traurige Musik trotz guter Laune – wieso?

Wir hören glückliche Musik, wenn wir glücklich sind und traurige Musik, wenn wir traurig sind. Und doch hören wir auch oft traurige Musik, obwohl wir nicht traurig sind. Aber sollten wir dadurch nicht noch trauriger werden? Schließlich beeinflusst Musik uns und unsere Gefühle.
Das Geheimnis in trauriger, melancholischer Musik und unserer Faszination mit ihr liegt darin, dass die Emotionen dort für uns echter und greifbarer erscheinen. Es ist leichter, sich in den traurigen Melodien und Worten fallen zu lassen und die Musik zu spüren. Viele Menschen genießen es, diese tiefen Emotionen zu fühlen, unabhängig davon, ob sie diese selbst gerade fühlen. Insbesondere empathische Menschen fühlen sich zu dieser Art der Musik hingezogen. Es ist leicht, mit den fiktiven Charakteren in den Liedern mitzufühlen, ihre tragischen Geschichten zu verfolgen und zu spüren. Sie lässt uns nostalgisch werden und über frühere Zeiten nachdenken. Außerdem kann im Gegensatz zum eigenen Leben hier die fiktive Trauer romantisiert werden; die Stimmung und Atmosphäre können genossen werden. Mit der Stirn an der Fensterscheibe, Regentropfen im Hintergrund und trauriger Musik fühlt es sich beinahe an, als wäre man der Hauptcharakter in einer Tragödie.

Dein Körper braucht traurige Musik

Fiktionale Traurigkeit ist übrigens gesund für unseren Körper. Der Grund dafür: Prolactin. Dieses Stillhormon wird auch vom Körper ausgeschüttet, um uns zu beruhigen, wenn wir trauern. Fiktive Traurigkeit vermittelt unserem Körper ähnliche Symptome wie echte Trauer es tut, so dass Prolactin freigesetzt wird. Außerdem werden Hormone freigesetzt, die unser Körper normalerweise nach intensivem Weinen ausschüttet. Traurige Musik sorgt also dafür, dass Hormone freigesetzt werden, die uns beruhigen und uns ein Gefühl von Befreiung und “alles wird gut” vermitteln.

Hör die Musik, die zu Dir und Deinen Gefühlen passt

Für jeden kann Musik unterschiedliche Auswirkungen haben. Manchen hilft traurige Musik, sich selbst zu verstehen. Anderen hilft es, die eigene Stimmung durch positive Musik wieder zu heben. Bei manchen bewirkt traurige Musik hingegen nur, dass sich die Gefühle verstärken und die Musik kein Trost ist. Wenn traurige Musik also deine Stimmung nur verschlechtert, dann ist vielleicht doch die Gute-Laune-Playlist die bessere Idee.
Und genau darin liegt auch der Zauber der Musik; weil wir sie alle unterschiedlich wahrnehmen, weil sie für jeden von uns eine individuelle Bedeutung hat und nur wir wissen, welche Musik wann am besten zu uns und unseren Gedanken passt.

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